Willkommen bei dem mittlerweile 4. Jahresabschluss, den ich seit 2022 jährlich veröffentliche. Zuallererst habe ich gerade den Jahresabschluss 2024 gelesen und Jonas von vor einem Jahr wirkt wie ein völlig anderer Mensch. Liegt da wirklich nur 1 Jahr zwischen?
Nichtsdestotrotz gibt es hier einen tieferen Einblick, für den ich mir etwas mehr Zeit nehme, als die monatlichen Berichte. Hier ist auch Zeit um etwas persönlicher zu werden. Sozusagen kann das hier als ein jährlicher Tagebucheintrag gesehen werden, während die monatlichen Berichte eher nur kleine Updates sind.
Am Anfang des Jahres war ich gar nicht darauf gefasst, was 2025 kommen würde. Was ich leider schon vorwegnehmen muss: Meine Ziele habe ich nicht erreicht. Das liegt aber gar nicht daran, dass ich es zu wenig probiert habe. Meine Vorstellungen waren nur 1. zu unrealistisch für das Tempo, in dem ich arbeiten kann und 2. hat mir das Jahr zu viele Wendungen genommen.
Was ich wichtig finde anzumerken: Ich schreibe diese Abschlüsse zum 4. Mal und ich merke, dass ich den Anfang eines Jahres nicht mehr als „Neustart“ wahrnehme. Die letzte Woche eines Jahres nehme ich mich so gut es geht tatsächlich zurück und lege das Schreiben in die Ecke. Ab Januar geht aber der übliche Wahnsinn weiter. Kein neuer Anfang, mein ewiger Lauf geht einfach weiter, nach einer kurzen Verschnaufpause.
On Writing.
Von den Zielen 2025 ist nicht viel übrig. Elphid: Die Suche ist nicht veröffentlicht, doch ich bin stark im 2. Entwurf und durfte meine Schreibarbeiten richtig hochfahren seit gut drei Monaten.
Mein Studium läuft und ich bin eher am Ende meines Bachelors, als am Anfang. Ich werde nicht umziehen in eine Stadt, sondern das erstmal in Bielefeld beenden. Gerade gibt es auch wenig Anreize die Stadt zu verlassen.
Das Drehbuch ist fortgeschritten, nur leider nicht fertig.
Das Videoprojekt immer noch enttäuschenderweise nur eine Idee.
Andere Sachen: Ich habe einen Gaming-Verein mitgegründet, SEPTA-Gaming e.V., und wir werden wahrscheinlich 2026 auf der Dokomi vertreten sein.
Mein Führerschein ist angefangen, kam dann zum Stopp, doch wird 2026 100% beendet. (Sonst hagelt es böse Bestrafung von außerhalb)
2026?:
Elphid: Die Suche (Ja, das bleibt so lange Ziel, bis es durch ist).
Drehbuch fertig
Standalone Novel (Ich will auch das nochmal probieren.
Studium weiter.
Elphid.
Hier möchte ich einmal die Chance nutzen und detailliert über Elphid reden.
Was hat am 1. Entwurf nicht funktioniert? Elphid als Charakter, speziell. Ich hatte eine Story im Kopf und habe den Jungen da einfach durchgeführt. Er war passiv, naiv und hat immer nur dumm nach allem gefragt. Ehrlich gesagt war das einfach nicht der Junge, den ich im Kopf hatte. Elphid soll ein Charakter sein, der auf dem Papier völlig hilflos ist, in ganz neue Welten geworfen wird, sich aber nicht davon abhalten lässt, seine Schwester zu finden. Genau das ist Elphid im 2. Entwurf. Ich habe ihm so gut wie all seine magischen Kräfte genommen, damit er nicht mehr der „Auserwählte“ ist, mit unendlicher Kraft, sondern nicht mal als Magier in der Welt von Diasteri gilt. Elphid wurde zum „Powerless Protagonist“, der aber nicht mehr fragt, sondern einfach handelt. So funktioniert er als Charakter direkt besser.
Das andere Problem war Fidi. Sie war zu präsent an Elphids Seite und hat damit ihn abgelenkt und ihr nicht die Zeit gegeben ein eigener Charakter zu werden. Somit steht sie im 2. Entwurf wieder auf der anderen Seite des Konflikts. Sie ist nicht mehr die „Geflohene Wache von Vasil, jetzt an Elphids Seite.“ Fidi ist die Rivalin und Feindin von Elphid im aktuellen Konflikt. Eine Wache, allein mit der Aufgabe den Jungen zu fangen. So ist die Dynamik zwischen den Beiden deutlich interessanter geworden und beide können individueller besser scheinen.
Was ist mit dem Rest der Charaktere?
Ich schreibe jede einzelne Geschichte von wichtigen Charakteren auch mit, die während der Handlung passieren. Wie viele es davon am Ende schaffen, weiß ich nicht. Mir fällt auf, dass ich viel probiere, mit vielen Charakteren. Das ist nur verständlich, wenn man beachtet, wie lange ich mich schon mit den Charakteren und der Geschichte beschäftige. Am Ende muss ich nur die Kraft finden, Teile der Geschichte zu cutten, einfach weil sie nicht wichtig genug sind. Elphid und seine Suche nach seiner Schwester muss am Ende im Mittelpunkt stehen.
Stand jetzt bin ich ungefähr an dem Punkt des Entwurfes, in dem sich die Handlung maßgeblich ändern wird vom ersten Entwurf. Emeraldus, die Ahnenwelt und Drakos fanden ungefähr so statt wie zuvor, doch jetzt bricht die Story noch einmal komplett ab, bevor es zur „Arche“ geht. Ich freue mich sehr auf diesen nächsten Schritt.
Weitere Updates wird es in den monatlichen Berichten geben.
Kurzgeschichten.
Der Plan an Schreibwettbewerben steht für die erste Hälfte von 2026. Jeden Monat werde ich Geschichten einsenden und das Beste hoffen. Ich lerne überraschend viel über diese Methode, sowohl was Schreiben angeht, als auch mit Absagen klarzukommen. Läuft also eigentlich alles nach Plan. Besonders merke ich, dass es sehr schwer ist, plötzlich mit nur noch Vorgaben wie „10.000 Zeichen“ klarzukommen, wenn man sonst daran gewohnt ist an langen Geschichten zu arbeiten. Meine Ideen gefallen mir trotzdem für jede meiner Kurzgeschichten, es fehlt nur noch an der Technik, die von Geschichte zu Geschichte besser wird.
Persönliches
Ab hier folgt der Teil, für den der Jahresabschluss eher ist. Der persönliche Teil und ein Rückblick auf mein Jahr.
Anfang des Jahres
Die erste Hälfte von 2025 wirkt wie ein ferner Traum mittlerweile. Ich weiß, dass es mental sehr anstrengend war, durch die Realisation, dass meine Ziele zu optimistisch waren. Ende 2024 war der erste Entwurf von Elphid fertig, ich war euphorisch und schrieb „Elphid: Die Suche wird 2025 zu 100% veröffentlicht.
Bereits im Februar merkte ich, dass das nicht passieren wird. Stand Dezember 2025 bin ich 50.000 Wörter in Elphid: Die Suche (Draft 2) drin. Die Story wurde maßgeblich verändert und das Ziel von 100.000 Wörtern im 1. Draft wurde auf mindestens 120.000+ erhöht.
Diese Erkenntnis, dass ich noch weit weg vom Debüt bin, wurde kombiniert mit massiven Zukunftsängsten und Unklarheiten für das restliche Jahr.
Der Umbruch kam im April. Ich bin ausgezogen von Zuhause und lebe mittlerweile seit 8 Monaten in einer WG mit zwei wunderbaren Menschen. Allein das hat mich persönlich vor so viele Herausforderungen gestellt, dass meine Schreibarbeit in der Mitte des Jahres nachgelassen hatte. Von Zuhause auszuziehen ist ein großer Schritt gewesen, doch ich will behaupten, dass es die richtige Entscheidung war.
Sommer.
Im Sommer kam dann die nächste große Wendung, da ich die erste Beziehung in meinem Leben eingegangen war. Sie war zwar kurzlebig und zerbrach im November schon, doch es waren ein paar Monate, aus denen ich viel gelernt und mitgenommen habe. Ich habe viel über mich und meine Gefühlswelt gelernt, was zu Kosten einer anderen Person kam, die ich mit meinem dummen Verhalten emotional verletzt habe.
Der Sommer war eine besondere persönliche Reise, zu der ich aber gar nicht viele Worte verlieren kann. Schreiben kam leider auch hier wieder viel zu kurz, doch das scheint ein Muster für 2025 zu sein. Nur, weil ich weniger geschrieben habe, als gewollt, bedeutet das nicht, dass nichts passiert ist. Nicht ohne Grund kommt mir Jonas von vor einem Jahr so fremd vor.
Rettung und Lichtblick.
Im September 2025 wurde ein neuer AStA an der Universität Bielefeld gewählt und ich bin somit im 3. Jahr meiner „AStA-Zeit“. Dieser Job hat mein Leben irreversibel auf den Kopf gestellt. 2024 lernte ich durch den AStA meinen jetzigen Mitbewohner kennen und dieses Jahr durfte ich die wunderschönste Person kennenlernen, die ich seit dem 9. Dezember „Mein“ nennen darf.
Sicher ist, dass im Januar meine Gedichte wieder Fahrt aufnehmen werden, denn in letzter Zeit kann ich nicht anders, als ihr Worte für Worte zu widmen. 2025 hat mich vielleicht völlig durcheinander gebracht, doch am Ende des Jahres stehe ich fest und emotional sicher. Ausgezogen von Zuhause, sicher in einem eigenen Leben und an meiner Seite die wunderbarste Person, die ich mir vorstellen kann.
Stephen King schreibt in seinem „On Writing“ von der einen Person, die als „Ideal-Reader“ für einen persönlich gilt. Die eine Person, die man im Kopf hat, neben sich selbst, wenn man seine Texte und Werke verfasst. Ich war mir das ganze Jahr unsicher, wer diese Person für mich ist, doch bin mir mittlerweile sicher, dass ich sie gefunden habe.
(Ich möchte mich hiermit noch einmal an dich wenden, auch wenn ich es sowieso noch oft genug direkt machen werde, aber ich kann mich nicht genug dafür bedanken, dass du am Ende des Jahres noch so in mein Leben getreten bist.)
Mehr braucht es erstmal nicht. Mit diesen Zielen fühle ich mich sicher in das nächste Jahr zu gehen. Mein Leben wurde genug aufgemischt und ich bin bereit, dieses Mal zum ersten Mal zu zweit und nicht allein, in das neue Jahr zu starten.
Ich habe die Freunde, die Familie, das Leben und die Partnerin an meiner Seite, damit 2026 besser als je zuvor wird. Ein weiteres Upgrade zum letzten Jahr, lass uns dieses Muster doch beibehalten.
Motto:
„It’s us against the World, and I really like those odds.“
Jonas, du bist wirklich auf dem besten Weg. Dieses Jahr hat uns das bestätigt, auch wenn es komisch wirkt. Ich hoffe nur, dass ich dir nicht so fremd in einem Jahr vorkomme, wie ich auf meine Vergangenheit heute zurückschaue.
Bis nächstes Jahr.
Schreibe einen Kommentar